/

Migrantische Selbstorganisationen im Austausch

Am 16.12.2016 veranstaltete der Hessische Flüchtlingsrat im Mehrgenerationenhaus im Frankfurter Stadtteil Gallus ein Vernetzungs- und Fortbildungstag für und mit Mitgliedern migrantischer Selbstorganisationen und Geflüchtetenselbstorganisationen.

Anwesend waren unter anderem Vertreter*innen von Rahma e.V., Afghanistan e.V., Coordinamento Donne Italiane e.V., Project Shelter, biku gGmbH sowie vom Afghan Refugees Movement, United Refugees Rights Movement und der Deutsch-Iranischen Beratungsstelle für Frauen und Mädchen e.V..

Im ersten Teil der nachmittäglichen Veranstaltung referierte Anita Balidemaj über das Asyl- und Aufenthaltsrecht und legte dabei den Fokus auf Arbeitsmarktintegration. Vom Thema Flucht im globalen Kontext ausgehend schlug sie außerdem die Brücke zu den verschiedenen Schutzstatus in Deutschland sowie den Möglichkeiten des Familiennachzugs. Die Möglichkeit Fragen zu stellen wurde von den Teilnehmenden rege genutzt und es kamen interessante Diskussionen auf.

Während der ausgedehnten Pause bestand die Gelegenheit sich am Buffet zu bedienen, welches vom Familienrestaurant des Mehrgenerationenhauses liebevoll zubereitet wurde. Dabei tauschten sich die Anwesenden in entspannter Atmosphäre miteinander aus.

Im zweiten Teil stand dann der Austausch über die vergangenen und kommenden Herausforderungen, mit denen sich die unterschiedlichen Organisationen in den letzten eineinhalb Jahren konfrontiert sehen und sahen, im Vordergrund. Moderiert wurde die Diskussion von Harpreet Cholia und Miriam Modalal vom Hessischen Flüchtlingsrat. Nach einer kurzen Vorstellung der Foto-Ausstellung von Wesam Alfrawti, welche Fotos einer Recherche-Reise in griechische Flüchtlingslager zeigt und für diesen Nachmittag an den Wänden des Veranstaltungsraumes ausgestellt wurde, führte Harpreet Cholia mit einem Statement zur Geschichte von migrantischen Selbstorganisationen in die Diskussionsrunde ein. Sie sprach davon wie migrantische Selbstorganisationen und ihre Arbeit lange Zeit kaum wahrgenommen wurden und wie sich das mit den sogenannten „Trains of Hope“ im September 2015 verändert hat, da plötzlich migrantisches Wissen abgefragt wurde. Häufig seien die Anfragen an migrantische Selbstorganisationen allerdings auf den Bereich der Sprachmittlung reduziert gewesen.

Nachdem einzelne Anwesende ihre persönlichen Erlebnisse rund um die bereits erwähnten „Trains of Hope“ geteilt hatten, wurde deutlich wie sehr sie sich teilweise voneinander unterschieden. In den Beiträgen ging es sowohl um eigene Fluchtgeschichten, wie um die plötzliche Konfrontation mit der Thematik Flucht und Asyl in der eigenen migrantischen Arbeit, als auch um den Verdruss darüber lediglich für Dolmetscher*innen-Dienste angefragt worden zu sein. Es wurde auch der Eindruck geäußert nicht wirklich auf Augenhöhe wahrgenommen worden zu sein.

Die Diskussion begleitend, wurde ein an der Wand platzierter Zeitstrahl der letzten eineinhalb Jahre live von Asok Punnamparambil ergänzt. Bei den vielen angesprochenen Themen stellte es eine Herausforderung für die Moderatorinnen dar, die Diskussion einzufangen. Gegen Ende wurde der Blick durch die Frage nach den aktuellen Bedarfen von vergangenen Erfahrungen auf die Zukunft gerichtet. Auch hier kamen verschiedene Punkte wie der Bedarf nach Informationsaustausch zwischen den Organisationen, aber auch unterschiedliche Selbstverständnisse in der eigenen Arbeit auf. Eine Vernetzung untereinander wurde von allen Seiten als sinnvoll betrachtet. Auch wenn in der Kürze der Zeit viele Punkte nicht ausreichend diskutiert werden konnten, so konnte durch die Veranstaltung ein Anstoß zu dieser Vernetzung gegeben werden, der für eine Weiterführung genutzt werden soll.

Zurück