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Flüchtlinge in Hessen

Terror, Kriege und die Unterdrückung von Minderheiten als auch die Zerstörung von Lebensgrundlagen zwingt viele Menschen zur Flucht. Globale Konflikte und andere Bedrohunhen haben die Zahl vertriebener Menschen weltweit auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten steigen lassen (UNHCR). Auch in Deutschland hat diese Entwicklung zu einem relativen Anstieg der Asylanträge geführt, was sich auf Ebene der Bundesländer bemerkbar macht. So kommen viele Menschen auch nach Hessen, um hier Schutz zu suchen. Aufgrund der deutschlandweiten Verteilung von Flüchtlingen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), gehören hierzu vor allem Menschen aus Eritrea, Somalia, Afghanistan, Syrien, Serbien, Russland und dem Iran.


Die Situation von Asylsuchenden in Hessen verändert sich in letzter Zeit fortwährend. In ganz Hessen wurde eine Vielzahl von neuen Flüchtlingslagern und weiteren dezentraler Unterkünfte eröffnet. Während die Unterbringung mancherorts gut verläuft, schafft die neue Situation an vielen Orten zahllose Probleme für die Betroffenen, sowie für in dem Feld tätige Ehrenamtliche, Hauptamtliche und Kommunen. Der notwendige grundlegende Kurswechsel blieb bislang dennoch aus.


Zwar besteht vom Land Hessen aus für Flüchtlinge nur für die ersten Monate eine gesetzliche Lagerpflicht, während der sie in einer der großen Erstaufnahmeeinrichtungen oder Notunterkünfte untergebracht sind. In den Landkreisen, auf welche Asylsuchende im Anschluss verteilt werden, finden jedoch weiterhin vor allem Lagerunterbringungen statt. Ein grundsätzliches Umdenken hin zu dezentralen Unterkünften in Form von kleineren Wohneinheiten und Wohnungen, mit welchen deutlich flexibler auf Schwankungen reagiert werden, das Ankommen für Flüchtlintge erleichtert und Stigmatisierungen vorgebeugt werden könnte, ist in Hessen nicht zu beobachten. Im Gegenteil: In der Vergangenheit wurden vor allem kleinere Unterkünfte geschlossen und durch großflächliche Unterkünfte mit weniger privatem Raum ersetzt.

 

Zugleich sind die Erstaufnahmeeinrichtungen völlig überlastet, weil die Anschlussunterbringung schwierig ist. Die häufig unvorbereiteten Kommunen müssen über Nacht zusehen, wie sie transferierte Flüchtlinge unterbringen. Die ankommenden Flüchtlinge erhalten deshalb häufig unzureichende Unterstützung und sind verzweifelt. Ehren- und Hauptamtliche sind vielfach überlastet.

 

Die folgenden Seiten bieten einen Einblick in die wichtigsten Aspekte der Lebenssituationen von Flüchtlingen in Hessen. Wir möchten Sie informieren und hoffen, dass Sie gemeinsam mit uns eintreten für eine nachhaltige und menschenwürdige Unterbringung und Teilhabe von Flüchtlingen in Hessen.